Tauranga 19.-20.01.

Da mein letzter Ausflug nach Tauranga leider nicht das gelbe vom Ei war musste ich da natürlich nochmal hin. Diesmal mit Emily. Das Wetter war um Welten besser als bei meinem letzten Trip nach Tauranga und so konnten wie alle geplanten Aktivitäten ohne Probleme durchführen. Unser erster Stop war zum Frühstück in einem kleinen Cafe, wo ich einen sehr leckeren Porridge hatte (wenn auch nicht so gut wie mein selbstgemachter). Generell bin ich hier total auf den Geschmack von selbstgemachtem Porridge gekommen.

Auf unserem Weg lagen zwei Wasserfälle, die wir uns sehr gerne ansehen wollte. Zuerst habe wir uns die McLaren Falls angesehen. Da der Fluss relativ klein ist und oben noch ein großer Teich als Sammelbecken dient, ist der ganze Wasserfall relativ gut begehbar. Man kann auf den Felsen herumlaufen und von einer Seite zur anderen klettern oder auch den ganzen Wasserfall runter klettern bis zum Auffangbecken. Trotz Verbot sind so gut wie alle, die wir dort getroffen haben schwimmen gegangen. Über die Falls führte eine Brücke von der, wie Emily mir erzählt hat, teilweise Leute in den See darunter springen. Hier kann ich nur auf die gute alte Baderegel verweisen: „Springe nie in unbekannte Gewässer“. Das Ding war mindestens 25 Meter hoch und zumindest ich hätte nicht gewusst wo das Wasser unten tief genug wäre und wo man an einem Felsen zerschellen würde (mal abgesehen davon, dass ich allein aus Angstechnischen Gründen nicht springen würde). Wir sind auf Nummer sicher gegangen und haben beschlossen nur da schwimmen zu gehen, wo man gefahrlos ins Wasser steigen kann. Nach unserem kleinen Bad haben w überlegt uns noch ein Eis zu hohlen, aber da ich mich geweigert habe mit dem Auto zum 400 Meter weit entfernten Parkplatz mit Cafe zu fahren und Emily partout nicht laufen wollte haben wir ohne Eis unseren Weg fortgesetzt.

 

Nächster Halt: Wasserfall Nummer 2: der Omanawa Fall. Emily hat von einer Freundin diesen Wasserfall empfohlen bekommen, zusammen mit einer Wegbeschreibung, denn Fun Fakt: der offizielle Weg zum Wasserfall war gesperrt. Das hat uns nicht davon abgehalten diesen trotzdem zu besuche, denn wie gesagt, Emily hatte eine Wegbeschreibung. Allerdings waren wir dann doch etwas überrascht wie kletter intensiv das Ganze war. Wir sind erst mal den offiziellen Weg gegangen um zu sehen wie weit wir kommen. An einer Tür in der Felswand war dann Ende und wir mussten uns die Wegbeschreibung zu Hilfe nehmen. Diese schickte uns erst mal ab in den Wald, den Berg hoch, Querfeldein. Es war besonders wegen der vorherrschenden Witterungsverhältnisse sehr anstrengend (schwül). Es ging über Baumstämme und Wurzeln, teilweise kam es mir so vor als ginge der Weg senkrecht bergauf.

Einmal den Bergkamm erreicht gab es nur eine kleine Verschnaufpause und dann ging es langsam an den Abstieg, der fast noch anstrengender als der Aufstieg war. Man hatte ab und zu schon einen kleinen Blick auf den See mit dem Wasserfall, der umgeben von Felsen und Bergen ganz unten im Tal lag. Das war schon recht motivierend. Sah sehr schön aus. Nach einer Hangelpartie like Tarzan an Wurzeln sind wir dann auch wieder auf den offiziellen Weg gelangt, der o Wunder, nicht signifikant besser war als der inoffizielle. Zwar mussten wir uns nicht mehr ohne Sicherung an Wurzeln abseilen, aber die Leitern, die wir stattdessen runterklettern mussten waren, naja sagen wir mal so, nicht TÜV geprüft. Emily wäre fast gestorben, als wir fast am See waren und der Weg dank einiger Quellen nass und rutschig wurde und sie ausgerutscht ist und sich nur noch an einem Kabel, was von einem nahegelegenen Kasten (ich habe wirklich keine Ahnung) über den Weg ragte, festhalten und vor einem Sturz die Felswand runter bewahren konnte. Emily war in ihren Sneakers nicht unbedingt optimal ausgestattet, aber immerhin besser als ein Französin die das ganze in FLIP FLOPs!!!!! gemacht hat. So sehr ich diese Leistung auch würdige, besonders klug war das nicht und sie war auch echt fertig als wir den Rückweg überlebt hatten (dazu später mehr).

Aber der See war dann echt schön (und kalt), auch wenn Emily und ich (besonders Emily) rückblickend nicht sicher sind, ob es das Risiko des Wegs wert war. Btw ich kann durchaus verstehen, wieso der Weg gesperrt ist. Als Regierung oder Stadtverwaltung oder wer auch immer wollte ich auc niocht für dumme Touristen verantwortlich sein, die auf dem Weg zum Wasserfall ausrutschen und in den Abgrung stürzen. Tatsächlich war es auch nicht der secret Hotspot Nr. 1 wie wir erwartet hatten, sondern eine menge Leute haben sich durch den gesperrten Weg und die Kletterei nicht davon abhalten lassen, den Wasserfall zu besuchen.

Wir sind dann erst mal beim See geblieben für ein paar Stunden, denn es sollte sich ja gelohnt haben unser Leben riskiert zu haben, sind ein bisschen geschwommen auch wenn das Wasser so kalt war, dass man nach 10 Minuten kaum noch Atmen konnte. Wir sind sogar zum Wasserfall und dahintergeklettert, sehr cool. Emily hat das ganze auf ihre Go Pro aufgenommen, ich muss sie nochmal nach den Aufnahmen fragen.

Als wir uns wieder auf den Rückweg gemacht haben, haben wir bei der Wurzelkletterei die bereits erwähnte Französin (Perrine) getroffen, die dezente Probleme hatte in ihren Flip Flops die Felswand wieder heraufzuklettern. Wir haben ihr dann geholfen und sind mit ihr zurück geklettert, da sie anscheinend alleine unterwegs war. Wir haben eine vermeintliche Abkürzung genommen, die auf dem offiziellen Weg oberhalb der Tür im Felsen auskam. Diese hatten wir auch am Hinweg schon gesehen und jemanden getroffen, der uns sagte, dass es eine Abkürzung sei, allerdings haben wir uns gegen diese entschieden, denn die Abkürzung war eine 2m hohe Felswand, die wir hätten hochklettern müssen. Runter wäre wohl machbar, dachte ich. Aber es ist verblüffend, wie hoch so ein Abhang erscheinen kann, wenn man oben steht. Ich habe erst versucht mich langsam runterzuhangeln, was nicht geklappt hat. Letzten Endes bin ich einfach gesprungen und habe danach mindestens eine viertel Stunde Emily gut zugeredet, damit sie runter springt und dann nochmal eine halbe Stunde, bis es die Französin geschafft hat. Man muss dazusagen, dass der Weg, auf den man springen musste nur einen Meter breit war und hinter dem Zaun ging es ca. 50 Meter tief runter. Für Emily habe ich mich vor den Zaun gestellt um sie aufzufangen. Die Französin hat am längsten gebraucht und sie tat uns ehrlich leid. Sie war schon komplett am Ende nach der Kletterpartie in Flip Flops und dann noch eine Felswand runter springen zu müssen mit zwei Fremden, die nicht mal die Mutterspache sprechen, muss hart gewesen sein. Aber sie hat es geschafft und wir waren wirklich froh endlich wieder zurück beim Auto zu sein. Dann ging es auf schnellstem Weg in die Stadt zu unserer Unterkunft. Wir hatten ein Air BnB gefunden, relativ zentral aber leider ohne Breakfast. Von unserem Gastgeber wurden wir sogar abends noch auf eine Party eingeladen, aber wir haben dankend abgelehnt, weil wir beide ziemlich müde waren. Zum Essen sind wir dann nochmal los in die Stadt und haben uns eine Pizza gegönnt. Meine anfängliche Begeisterung schlug schnell um, denn obwohl die Pizza super lecker war hätte ich es toll gefunden, wenn ich diese hätte essen können, ohne das mein halbes T-Shirt daran teilhaben durfte. Das Pizzateig-Belag-Verhältnis war ein wenig unausgeglichen, sodass der Pizzaboden teilweise unter der Last des Belages eingerissen ist und den ganzen Inhalt über meinem Schoß vergossen hat. Messer und Gabel gab es zu meinem großen Bedauern nicht und so sah ich nach der Hälfte der Pizza aus wie frisch aus einer Dose Tomatensoße gekrochen und hatte echt miese Laune.

Um meine Laune zu heben haben wir uns dann noch einen Wein geholt, den wir im Air BnB genossen haben und über Gott und die Welt geredet haben. Hier haben wir auch beschlossen am nächsten Tag früh aufzustehen und den Mount Maunganui im dunkeln zu besteigen und uns denn Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens vom Gipfel des Berges aus anzusehen. Diese Entscheidung haben wir direkt bereut, als dann um 4:30 Uhr der Wecker geklingelt hat. Aber wir haben es durchgezogen. Obwohl es am Tag davor richtig warm war ist es nachts doch deutlich abgekühlt, sodass ich, als wir am Berg angekommen sind doch tatsächlich gefroren habe. Den Einstieg zum Weg zu finden war dann im dunkeln leider auch nicht so einfach wie erwartet, aber zwei nette mittealte Joggerinnen waren sehr Hilfsbereit. Endlich auf dem Weg ist meine Freude über eine lange Hose doch schnell wieder verflogen, denn es wurde sehr schnell sehr warm beim laufen. Es war schon ein bisschen gruselig, vor allem, weil man überall Geräusche gehört hat aber nicht sehen konnte wer oder was diese verursacht. Besonders faszinierend fand ich einen Vogel, der uns ein Stück begleitet hat, weil er den Weg aus dem Lichtkegel meiner Taschenlampe nicht mehr gefunden hat.

Endlich waren wir oben (eine Viertelstunde zu früh) und die Aussicht war fantastisch. Leider war es etwas wolkig, aber trotzdem sehr schön. Emily hat ihre Eltern angerufen und ich bin ein bisschen rumgelaufen, habe Bilder gemacht und die Aussicht genossen. Wieder einmal wurden wir mit der Idee zum Narren gehalten, dass wir die Einzigen mit dieser Sonnenaufgangsidee wären. War aber nicht schlimm. Hatten trotzdem eine tolle Zeit. Auch wenn wir die Sonne nicht direkt sehen konnten (dank der Wolken) war es sehr hübsch. Wir haben der Sonne dann noch ein bisschen beim Aufgehen zugesehen und haben uns dann wieder auf den Rückweg gemacht, wobei ich noch versucht habe mich mit einem Schaf anzufreunden, aber das Schaf war leider nicht besonders an meiner Gesellschaft interessiert 🙁

Zurück in unserer Unterkunft haben wir uns erst nochmal hingelegt und ein bisschen geschlafen. Es war eine kurze Nacht.

Als es zu warm zum schlafen wurde sind wir aufgestanden und haben uns fertig gemacht, wir mussten sowieso um 11 Uhr auschecken. Wir haben im Internet einen Markt gefunden, der in Tauranga stattfinden sollte. Den wollten wir uns ansehen. Als wir ankamen haben wir realisiert, wie viel Glück wir eigentlich hatten, weil der Markt nur alle 3 Wochen stattfindet. Dort sind wir erst mal ein bisschen gebummelt und haben in einem süßen kleinen Vintage Secondhand Laden beide ein paar schöne Stücke gefunden. Emily hat eine Bluse und ich durch Zufall ein wunderbares Kleid gefunden. Leider etwas zu lang (zumindest ohne High Heels) aber für die nächste Sommerhochzeit (von wem auch immer diese sein mag) wäre ich bestens vorbereitet. Nach einem Frühstück (bestehend aus Kaffee und Kuchen) haben wir uns wieder auf den Weg gemacht um uns die Graffiti, für die Tauranga bekannt ist, anzusehen.

Mittlerweile war es früher Nachmittag und es wurde langsam heiß. Ich habe bereits am Mount Maunganui gesagt, dass ich gerne auf eine kleine Halbinsel am Strand wandern würde. Dort sollte sich außerdem irgendwas cooles befinden (hab vergessen was es war) und es war super schön. Wir hatten einen tollen Blick auf den Mount Maunganui und zwischen den Felsen kamen immer wieder Wasserfontänen hochgeschossen, wenn Wellen zwischen die Felsen gedrückt haben.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch spontan beschlossen im Meer schwimmen zu gehen. Die Wellen waren überraschend hoch, aber das hat es grade so lustig gemacht. Emily und ich haben uns gegenseitig auf die Schultern genommen, sodass einer immer durch die Wellen tauchen musste und die andere über den Wellen sein konnte. Das obligatorische Muschelsammeln durfte natürlich nicht fehlen und ich habe wirklich ein paar sehr schöne Exemplare gefunden. Nach dieser sehr erfrischenden Abkühlung mussten wir uns erst mal den ganzen Sand und sämtliches Meeresgemüse aus den Bikinis pulen und sind dann zurück zum Auto gelaufen um uns auf den Heimweg zu machen.

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